Klavierkonzert mit Ragna Schirmer: „Licht und Schatten“

Werke von W.A. Mozart und F. Chopin

Text

Termine

  • 13.02.2021 15:30 Uhr Putbus
  • 13.02.2021 19:30 Uhr Putbus

Freud und Leid, Erfüllung und Sehnsucht, Angst und Zuversicht, die großen Themen des Lebens sind seit jeher der Stoff, aus dem Musik entsteht. In der Oper finden Dramen mittels theatralischer Vollendung ihren Ausdruck, in der Klaviermusik sind es vor allem die Nuancen und Harmoniewechsel, die Bilder und Farben vor unserem geistigen Auge entstehen lassen. Meister in der Kunst des dramatischen Ausdrucks sind zweifelsohne Wolfgang Amadeus Mozart und Frederic Chopin. Beide komponierten und konzertierten als "Wunderkinder", beide Meister starben früh und mussten sich früh mit Leid und Freud des Lebens auseinandersetzen. Die Komposition des Adagio h-moll KV 540 fiel in eine zerrissene Zeit im Leben Wolfgang Amadeus Mozarts: Einerseits war er 1787 gerade zum besoldeten Kammer-Kompositeur ernannt worden, andererseits drängte der Krieg gegen die Türken das Wiener Interesse an Musik zurück und brachte den Lebemann Mozart in finanzielle Schwierigkeiten. Diese Ambivalenz zeigt sich im Wechselspiel zwischen Leichtigkeit und Schwere, ein für den Komponisten typisches Stilmittel, was er vor allem in seiner Vorliebe für Singspiele auslebte. Während Mozart sich in hohem Maße der Oper verschrieb, fokussierte sich Frederic Chopin, der auch der "Mozart Polens" genannt wurde, hauptsächlich auf die Klaviermusik. Mit den Variationen über "la ci darem" ("Reich mir die Hand, mein Leben") aus Mozarts Oper Don Giovanni feierte Chopin seine ersten großen Erfolge, indem kein geringerer als Robert Schumann in einer Rezension schrieb: "Hut ab, meine Herren, ein Genie". Dem Rezensenten widmete Chopin später seine zweite Ballade op. 38. Über die vier Sätze der Sonate op. 35 von Chopin sagt Robert Schumann, dass der Komponist hier "vier seiner tollsten Kinder zusammenkoppelte". In der Tat zeichnet sich die Sonate mit dem berühmten Trauermarsch weniger durch ihre Form als vielmehr durch die Tonmalerei aus: eine abgrundtiefe Zerrissenheit zwischen Verzweiflung und Hoffnung, Licht und Schatten.

 

W.A. Mozart: Fantasie d-moll KV 397

W.A. Mozart: Adagio h-moll KV 540

F. Chopin: Variationen über "La ci darem" op. 2

F. Chopin: Ballade op. 38

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W.A. Mozart: Variationen über "Je suis Lindor" KV 354

F. Chopin: Sonate Nr. 2 op. 35