Programm

Und dann und wann ein weißer Elefant

  • Die Gedichte des Rainer Maria Rilke als Figurentheater mit Livemusik
  • Theater Cipolla, Bremen

“Du musst das Leben nicht verstehen, dann wird es werden wie ein Fest.”

Rainer Maria Rilkes Gedichte sezieren das menschliche Miteinander. Sie erzählen vom Leben und Lieben, von herben Verlusten und leisem Glück und suchen stets das Größere, auch Unfassbare, was über das Gesagte und Gedachte hinausgeht.
Bühne Cipolla präsentiert einige der berühmten Gedichte wie „Der Panther“ und „Das Karussell“, aber auch weniger bekannte Verse und verknüpft Rilkes Lyrik mit einer Geschichte über Schuld und Vergebung.
Luisas Sohn liegt seit einem Verkehrsunfall im Krankenhaus. Neo, der beteiligte Motorradfahrer, beging Fahrerflucht und versucht, geplagt von Schuldgefühlen, in einer Bar zu vergessen. Dort verkehrt die liebes- und lebenshungrige Graia, die beim Flirten mit Neo bald dessen dunkles Geheimnis ahnt. Auch Luisa besucht die Bar und lernt Neo kennen, bei dem sie Trost findet und ihre Sorgen für eine Weile vergisst. Doch dann entdeckt sie in Neos Garage ein verbeultes Motorrad …

 

Rainer Maria Rilke

wurde am 4. Dezember 1875 in Prag, damals zu Österreich-Ungarn gehörend, als René Karl Wilhelm Johann Josef Maria Rilke geboren. Die elterliche Ehe war zerrüttet und die Mutter drängte ihn in die Rolle der früh verstorbenen Schwester und erzog ihn bis zu seinem sechsten Lebensjahr als Mädchen. Der dichterisch und zeichnerisch begabte Junge musste eine Militärrealschule besuchen und anschließend die Handelsakademie Linz.
Rilke studierte Kunst- und Literaturgeschichte sowie Philosophie. Er begann mit dem Schreiben und veröffentlichte 1894 seinen ersten Band "Leben und Lieder“. Seine Gedichte wurden bald bekannt und er entwickelte einen eigenen, erkennbaren Stil. Er schuf auch Prosa, darunter die "Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge", die zu den ersten modernen Romanen gezählt werden. 
Der Dichter reiste viel, unter anderem durch Russland und Frankreich, lebte längere Zeit in Paris, Rom, Florenz, München, Wien und der Künstlerkolonie Worpswede. Er hatte Beziehungen zu verschiedenen Frauen, die seine literarische Entwicklung beeinflussten, darunter die Schriftstellerin und Psychoanalytikerin Lou Andreas-Salomé sowie die Bildhauerin Clara Westhoff, die Mutter seiner Tochter Ruth. Während des 1. Weltkriegs wurde er kurzzeitig zum Militärdienst eingezogen. Dieses traumatische Erlebnis, empfunden auch als Wiederholung in der Militärschulzeit erfahrener Schrecken, ließ Rilke als Dichter eine Zeit lang nahezu völlig verstummen.
Nach erneuten häufigen Wohnortwechseln folgte eine intensive Schaffenszeit, auch ermöglicht durch die andauernde finanzielle Unterstützung durch die Schweizer Mäzenin Nanny Wunderly-Volkart. Rilke vollendete die "Duineser Elegien" und "Sonette an Orpheus". Beide Dichtungen zählen zu den Höhepunkten in Rilkes von Humanismus, Spiritualität und Naturverbundenheit geprägtem Werk. Gleichzeitig pries Rilke das aufstrebende Italien unter Benito Mussolini und lobte den Faschismus, während er Ideen der Freiheit, der Humanität und der Internationale eine Absage erteilte. Rilke kämpfte mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen und starb am 29. Dezember 1926 im Schweizer Sanatorium Valmont bei Montreux an Leukämie.