Orestie
- nach Aischylos in einer Neubearbeitung von Robert Icke
- Deutsch von Ulrike Syha
„Es gibt nicht die eine Geschichte – eine Wahrheitslinie, die vom Anfang bis zum Ende reicht.“ Drei Morde, ein Fluch – und die Frage, was Gerechtigkeit heute bedeutet: Mit „Orestie“ in der Fassung von Robert Icke bringt das Theater Vorpommern einen antiken Stoff auf die Bühne, der beklemmend gegenwärtig wirkt. Im Zentrum steht weniger das äußere Geschehen als die psychologische Verdichtung eines zerstörerischen Beziehungsgeflechts, insbesondere zwischen Mutter und Sohn. Der Ausgangspunkt wirkt beinahe vertraut:
Die Familie um den Kriegsherren Agamemnon und seine Frau Klytämnestra teilt einen Moment scheinbarer Normalität – doch unter der Oberfläche brodelt bereits ein unausweichlicher Konflikt zwischen politischer Verantwortung, militärischem Kalkül und persönlicher Bindung. Agamemnons Entschluss, die eigene Tochter Iphigenie dem Staatsinteresse zu opfern, entfesselt eine Dynamik der Rache, welche die Ordnung der Familie irreversibel zerstören wird. Nachdem Agamemnon Jahre später als Kriegsheld nach Hause zurückkehrt, wird er von Klytämnestra blutig ermordet, die dadurch wiederum die Rache ihres Sohnes auf sich zieht.
Robert Icke überführt die über 2.500 Jahre alte Vorlage in eine Gegenwart, die geprägt ist von neuen Medien und öffentlicher Urteilskultur. Eingebettet in eine Gerichtsverhandlung stellt der Abend die grundlegenden Fragen unserer Zivilisation neu: Was unterscheidet
Rache von Recht? Wo beginnt Gesellschaft – und woran zerbricht sie?
Ein politisch brisantes, fesselndes Familiendrama.
Eine Koproduktion mit dem Kleist Forum Frankfurt (Oder)
Premiere Frankfurt (Oder): 09.10.2026
Inszenierung
Torsten Fischer
Bühne
Herbert Schäfer
Kostüme
Vasilis Triantafillopoulos
Agamemnon Hannes Rittig
Klytämnestra Judith Rosmair
Orest Jakob Schleert
Elektra Paula Dieckmann
Iphigenie / Kassandra / Athene Annika Gräslund
Ärztin Gabriele Völsch
Menelaus / Ägisth Markus Voigt
Kalchas Jan Bernhardt
Cilissa / Furie Christiane Schoon
Dramaturgie Nadja Hess
Regieassistenz / Abendspielleitung Wolf-Dietrich Stückrad
Inspizienz Kerstin Wollschläger
Soufflage Nadim Hussain, Jana Nedorost, Wolf-Dietrich Stückrad