Rolf C. Hemke
Künstlerischer Leiter
Der Kurator, Dramaturg und Jurist Rolf C. Hemke (*1972, Köln) ist seit 2018/19 und noch bis Oktober 2025 künstlerischer Leiter des Kunstfests Weimar, des größten und wichtigsten Festivals für die zeitgenössischen Künste in Ostdeutschland. Auch in den Pandemiejahren 2020 und '21 fand das Festival Corona-adaptiert komplett analog statt und erreichte jeweils mehr als 27.000 Zuschauer. 2023 verzeichnete es mit 41.000 und 2024 mit rund 43.000 Zuschauern jeweils Rekordbesuch und Rekordeinnahmen. Die künstlerische Grundausrichtung des Kunstfest umfasst dabei zehn Sparten, für die Herr Hemke kuratorisch allein verantwortlich zeichnet: Musiktheater / Schauspiel / Performance / Tanz / Konzert / Bildende Kunst / Film / Literatur / Diskurs und Partizipation. Im Dezember 2023 beschlossen die Hauptförderer Land Thüringen und Stadt Weimar aufgrund des großen Erfolgs des Kunstfest Weimar in den vergangenen Jahren eine Subventionserhöhung um 23%. Mit Abschluss seiner Tätigkeit in Weimar übernimmt Herr Hemke nahtlos ab November 2025 die künstlerische Leitung des Theaters Vorpommern.
Herr Hemke studierte Rechtswissenschaften, Germanistik und Philosophie in Münster, Genf und Paris X-Nanterre. Zwischen 1993 und 2003 war er zunächst studienbegleitend dann hauptberuflich als Kulturjournalist u. a. für die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Rundschau, Der Standard Wien und den öffentlich-rechtlichen Hörfunk tätig. Nach einem dreijährigen Intermezzo als Medienanwalt in einer britischen Law Firm war er von 2006 bis 2018 verantwortlich für das internationale Programm am von Roberto Ciulli begründeten Theater an der Ruhr in Mülheim an der Ruhr: Dort begründete und programmierte er die Veranstaltungsreihen Szene Istanbul und Klanglandschaften Mittelmeer & Afrika und kuratierte das stark politisch orientierte Festival Theaterlandschaften mit wechselnden, regionalen Schwerpunkten. Von 2014 bis 2016 war er darüber hinaus freiberuflich als künstlerischer Berater der Wiener Festwochen im Bereich Schauspiel für die Regionen Naher und Mittlerer Osten und Afrika tätig. Als freier Dramaturg für Schauspiel und Musiktheater arbeitete u. a. für das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg, die Ruhrfestspiele, die Theater in Oberhausen, Freiburg und Münster.
Von ihm liegen zahlreiche Veröffentlichungen vor: Er war u.a. mehrere Jahre lang Mitherausgeber eines NV Bühne-Kommentars zusammen mit Nix/Hegemann. Er ist Herausgeber und Koautor u. a. der zweisprachigen, deutsch-englischen Recherchebände „Theater südlich der Sahara“ (Theater der Zeit, 2010) und „Theater im arabischen Sprachraum“ (Theater der Zeit, 2013 / Sud Editions Tunis, 2015, in französischer Übersetzung), der u. a. mit Hilfe der Kulturstiftung des Bundes finanziert wurde.