Spielstätten in Greifswald
Theater & Stadthalle Greifswald
Robert-Blum-Straße, 17489 Greifswald
Tel. 03834 - 57 22 0
Kurze Historie
Das Theater in der Robert-Blum-Straße wurde vor knapp 100 Jahren erbaut. Die Theatergeschichte der Hanse- und Universitätsstadt Greifswald hat jedoch nicht erst mit dem Bau des Theaters begonnen, sondern schon mit den geistlichen Spielen des Mittelalters in den Kirchen der Stadt. 1730 gab die Stadtverwaltung die erste nachweisbare Spielerlaubnis an eine reisende Truppe aus. Französische Klassik und Shakespeare sowie Opern standen damals auf dem Spielplan. Die Truppen blieben jeweils zwei bis drei Monate in der Stadt und zogen dann weiter. 1882 traf die Stadt Greifswald ein erstes Abkommen mit dem Stralsunder Theater: Gegen eine feste Subvention spielte das Stralsunder Ensemble an drei Tagen der Woche in Greifswald. Diese Phase endete erst 1912, als die damalige Spielstätte des Greifswalder Theaters in der Kuhstraße abbrannte. Umgehend wurde ein neues Stadttheater mit daran anschließender Stadthalle errichtet: das heutige Theater mit Haupteingang in der Robert-Blum-Straße. Mitten im ersten Weltkrieg, am 10. Oktober 1915, öffnete das neue Gebäude seine Pforten, und schon ein Jahr später hatte das Greifswalder Theater ein eigenes Ensemble. Unter Intendant Emanuel Voß, der das Haus mit Unterbrechungen bis 1949 leitete, wurde es zu einer soliden Stätte der Kunst. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte das Greifswalder Theater schon am 17. Oktober 1945 wieder eröffnen und ist seitdem nicht mehr aus der Stadt wegzudenken.
1960 fusionierte es zum ersten mal mit dem Stralsunder Theater und dem Theater in Putbus auf Rügen zu einem großen Mehrspartenhaus. Nachdem diese Verbindung 1968 aufgelöst worden war, arbeiten die Theater Greifswald und Stralsund seit Herbst 1994 unter dem Namen "Theater Vorpommern" wieder zusammen. Dieser Fusion hat sich das Theater Putbus zum 1. Januar 2006 angeschlossen.
Die Stadthalle wurde von 1913 bis 1915 als Teil eines Gebäudekomplexes zusammen mit dem Theater Greifswald nach den Plänen der Berliner Architekten Richard und Heinrich Iwan sowie Erich Trehde errichtet. Die Architektur ist gekennzeichnet durch neuklassizistische Stilelemente. Damit entspricht das Vorhaben dem damaligen Zeitgeschmack, der den neoklassizistischen Baustil hauptsächlich mit kulturellen Bauaufgaben verbindet.
Die Stadthalle wurde am 10. Dezember 1914 eröffnet, ein knappes Jahr später auch das Theater. In den Jahrzehnten nach der Eröffnung gehörten Stadthalle, Theater und Theatercafé zu den zentralen kulturellen Anlaufpunkten der Stadt. 1945 diente die Stadthalle als Notunterkunft für Flüchtlinge und wurde in den 1950er Jahren zunächst als Haus der Jugend und später als Kreiskulturhaus genutzt. Zeitweise firmierte die Veranstaltungsstätte auch unter dem Namen Volkshaus. Sie wurde 1990 geschlossen. Das Gebäude ging 1992 an die Stadt über. Teile wurden in den 1990er Jahren noch als Probenraum durch das Theater genutzt.
Am 18. Dezember 2009 wurde die Stadthalle Greifswald nach umfangreichen Renovierungs- und Restaurationsarbeiten feierlich wiedereröffnet. Seitdem bilden Theater und Stadthalle wieder einen einheitlichen Gebäudekomplex und stellen damit einen zentralen gesellschaftlich-kulturellen städtischen Mittelpunkt mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten dar. Die Stadthalle verfügt über zwei Säle, den großen Kaisersaal mit seiner fantastischen Akustik und den kleineren Rubenowsaal, benannt nach Heinrich Rubenow, sowie ein großes Eingangsfoyer.
Großes Haus
Das Große Haus ist mit 438 Plätzen die Hauptspielstätte in Greifswald. Hier finden in der Regel die Proben für neue Schauspielproduktionen und Ballette statt. In den vergangenen Jahren wurde das Große Haus nach und nach in kleinen Schritten saniert und erhielt beispielsweise 2005 eine neue Bestuhlung im Parkett und im folgenden Jahr auch in den Rängen. In kürzester Zeit konnten in einer gemeinsamen Aktion der Stadt, des Theaters, des Fördervereins Hebebühne e. V. und der Ostsee-Zeitung Stuhlpaten für die gesamte Bestuhlung gefunden werden.
Kaisersaal
Der Kaisersaal ist der zentrale Veranstaltungsraum in der Stadthalle Greifswald und bietet mit seinen variablen Bestuhlungsmöglichkeiten Platz für bis zu 500 Personen, die sich auf den großen Saal und die Empore aufteilen. Die traditionsreiche Räumlichkeit in der Greifswalder Kulturstätte wird schwerpunktmäßig für Konzerte, Bälle, Kongresse und Gastspiele unterschiedlicher Art genutzt. Für Konzertveranstaltungen ist der Kaisersaal insbesondere durch seine herausragende Akustik geeignet. Der feierliche Charakter des prachtvollen Saals wird durch den hellen Parkettboden ebenso betont wie durch die opulente Deckenbemalung, die stark an das historische Vorbild angelehnt ist.
Rubenowsaal
Der Rubenowsaal ist die kleine Bühne des Theaters Vorpommern, die sogenannte Studiobühne. Was bisher im dritten Stock des Theaters (TaP) präsentiert wurde, kann sich nun vor bis zu 90 Zuschauern sehen lassen: Hier wird anspruchsvolles, unterhaltsames und experimentelles Gegenwartstheater auf die Bühne gebracht, darunter viele Ur- und Erstaufführungen; außerdem werden dort Liederabende und Kammeropern, Produktionen des Theaterjugendclubs sowie Kinder- und Jugendstücke gezeigt. Als „Black Box“ wurde der Rubenowsaal bereits bei der Ausgestaltung der Stadthalle an die Bedürfnisse des Theaters angepasst. Ein moderner Fahrstuhl ermöglicht nun auch einen barrierefreien Zugang zu den Aufführungen.
Kartenvorverkauf über die Theaterkassen in Stralsund, Greifswald und Putbus, im Besucherservice Stralsund oder hier im Internet. Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn.
Vermietungsanfragen für den Kaisersaal richten Sie bitte an das
Künstlerische Betriebsbüro
Anklamer Str. 106
17489 Greifswald
Tel. 03834 – 57 22 207
Fax 03834 – 57 22 208
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