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Schneewittchen 4+

Puppenspiel mit Josephine Schönbrodt von Ronald Mernitz nach den Brüdern Grimm

Termine

Eine Königin wünscht sich ein Kind „so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarz wie Ebenholz.“ Doch bei der Geburt stirbt die Königin und das schönste Mädchen weit und breit wächst bei seinem Vater auf, der sie inniglich liebt. Der König nimmt sich eine neue Frau, eine schöne, aber eitle und bösartige Frau, die einen Zauberspiegel besitzt, der sprechen kann. Dieser Spiegel hat jahrelang die eitle Königin zu schönsten Frau erklärt – aber ab Schneewittchens 7. Geburtstag ist sie die Schönste im ganzen Land. Voller Neid und Eifersucht hat die Königin von nun an nur noch ein Ziel: wie sie das arme Mädchen beseitigen und selbst wieder die Schönste werden kann.

Nach „Dornröschen“ und „Hase und Igel“ ist „Schneewittchen“ das dritte Puppenspiel, das aus dem Märchenschatz der Brüder Grimm stammt und den Kindern den Reichtum und die Vielfalt dieser phantastischen Geschichten nahebringt.

Wiederaufnahme am 2. März 2016

 

PRESSESTIMMEN

Schneewittchen ist und bleibt die Schönste

Im Puppenspiel des Theaters Vorpommern hat die böse Königin schlechte Karten und wird an den Nordpol verfrachtet.

Schneewittchen hat es mal wieder geschafft: auch gestern hat sie im Theater Vorpommern die Herzen der Kinder erobert. Nach der ausverkauften Premiere am vergangenen Sonnabend fieberten erneut die Mädchen und Jungen mit, ob denn die böse Königin, die dem Schneewittchen gleich dreimal nach dem Leben trachtet, am Ende ihre gerechte Strafe bekommt. Und – so viel sei schon mal verraten – sie kriegt ihre Strafe. Als Paket an den Nordpol geschickt zu werden, ist nicht unbedingt erstrebenswert.

Die Aufführung des Theaters Vorpommern mit Josefine Schönbrodt ist mehr als nur ein Puppenspiel. Auch Schau- und Objektspiel sind zu erleben, etwa wenn Schönbrodt die böse Stiefmutter mimt, die als russischer Kaufmann Schneewittchen einen vergifteten Kammins Haar steckt. Gestern fanden deshalb nicht nur die Zwillinge Fiete und Malte aus Stralsund, dass die „krass aussieht, aber lustig ist“. Die Jungs und etliche andere Kinder waren erstaunt, dass die Aufführung so ganz anders als herkömmliches Puppenspiel war. Großen Spaß hatten die angehenden Schulanfänger, die auf ihren Zuckertüten und Mappen lieber Fußball- und Pferdemotive haben wollen statt Märchenbilder, dennoch. Vor allem die sieben (Garten)Zwerge, die mit der Eisenbahn aus dem Bergwerk nach Hause gefahren kommen, hatten es ihnen angetan. Gar nicht gehe ihrer Meinung nach dagegen, dass am Ende der Prinz – ein reicher Mann wohlgemerkt! – barfuß daherkommt, wenn er Schneewittchen das vergiftete Apfelstück aus dem Hals schüttelt und sie wieder zum Leben erweckt.

Josefine Schönbrodt lässt sich von den zuweilen eigenwilligen Kommentaren der Kinder nicht aus dem Konzept bringen. Vor allem mit ihrer Mimik bringt sie immer wieder aufs neue Spannung in den Handlungsverlauf, auch wenn der allen Anwesenden aus dem Märchen längst bekannt ist. Charlotte, ab Mittwoch Erstklässlerin und gestern noch zu Besuch bei Oma Marlies Czerwinski in Greifswald, hat das Puppenspiel prima gefallen. Der coolste Zwerg von allen war für sie Otto, der Kleine.

Hellauf begeistert war Almuth Ullwer aus Görlitz, die sich mit ihrer Enkelin Wilhelmine – ebenfalls Schulanfängerin – die Aufführung anschaute. „Die Idee, das Märchen in einem Trödelladen spielen zu lassen, finde ich toll“, sagt sie und lobt auch den Einfall, alle Dinge des Ladens in das aktive Spiel einzubeziehen. „Ich habe mich keine Sekunde gelangweilt“, versichert die Oma. Ihrer Enkelin sei es nicht anders ergangen. Die Kleine sei vor Aufregung immer dichter an sie heran gerutscht. Regisseur Ronald Mernitz habe alles richtig gemacht.

Ostsee-Zeitung, 20.8.2014 von Cornelia Meerkatz

Wenn Zwerge mit Matrjoschkas tanzen

Im Gustav-Adolf-Saal feiert das Puppenspiel „Schneewittchen“ Premiere.
Die kleinen Zuschauer sind vom eigenwilligen Märchen begeistert.

„He, das ist böse!“, rufen die kleinen Zuschauer ganz aufgeregt und meinen damit die böse Königin, die auf der Bühne Schneewittchen gerade einen vergifteten Kamm ins Haar steckt. Gestern feierte im Gustav-Adolf-Saal der Kulturkirche St. Jakobi „Schneewittchen“ Premiere. Nach „Hase und Igel“ und „Dornröschen“ ist es das dritte Puppenspiel, mit dem das Theater Vorpommern den Kindern die Grimmschen Märchen nahe bringen will.

Doch da hatte Schauspielerin Josefine Schönbrodt gestern nicht so leichtes Spiel, denn die Kinder kennen sich offensichtlich bestens aus in den Hausmärchender Brüder Jacob und Wilhelm Grimm. Ganz eifrig waren sie bei der Sache, kommentierten jede Szene auf der Bühne und wussten immer genau, wie es eigentlich weitergehen müsste. Da hörte man bei der einstündigen Aufführung immer mal wieder: „Aber so geht das doch gar nicht!“

Die Vorschulgruppe der Kita „Spielkiste“ suchte immer wieder den Dialog zu Josefine Schönbrodt, die nicht nur die Puppen, sondern auch die Erzählerin Klara und die Mutter von Schneewittchen spielte. „Was hast du denn?“, fragten sie besorgt, als sie sich als Königin in den Finger stach oder gaben wertvolle Tipps als es darum ging, dem Jäger zu entkommen.

„Ich habe den Kindern gesagt, dass jeder die Märchen etwas anders erzählt“, sagt Astrid Foth, Kindergärtnerin in der Kita am Knieperdamm. Im Vorfeld hatten die Mädchen und Jungen sich noch einmal mit dem Märchen „Schneewittchen“ beschäftigt und das Stück sogar szenenweise selbst nachgespielt. „Das Theater war richtig spannend und am besten hat mir das Schneewittchen gefallen“, sagt Hanna Knitter. „Die war so hübsch.“

Fiete Zorn hingegen fand den kleinen Zwerg Otto am besten, weil der so lustig war. Knut, Camembert, Amadeus – die Zwerge in der Inszenierung von Ronald Mernitz tragen nicht nur lustige, sondern auch teilweise ihren Charakteren entsprechende Namen.

Das Stück ist gespickt mit witzigen Ideen und Details, die jedoch oftmals nur für die Begleitpersonen der kleinen Zuschauer verständlich sind. Angefangen beim Werben der bösen Königin um Schneewittchens Vater, bis hin zu den Verkleidungen der Stiefmutter als Chinese, der mit entsprechender klischeehafter Aussprache versuchte, Schneewittchen den Gürtel enger zu schnallen.

„Ich denke, dass Vierjährige vor allem die sprachlichen Witze noch nicht verstehen, aber so wird es auch für die erwachsenen Besucher eine amüsante Stunde“, meint Jana Jesse, Kindergärtnerin in der „Spielkiste“. Die kleinen technischen Raffinessen, wie ein Wechsel der Farben oder auch ein einfaches Schattenspiel, das zusätzlich die Fantasie anregte, sorgte für Grusel bei den Kindern. „Als die Königin so getobt hat, das war gruselig“, sagt die kleine Frida Leufgen.

Worüber sich aber alle freuten, war nicht nur das Happyend für die schöne Königstochter. In diesem Märchen bleiben auch die sieben Zwerge nicht allein. Denn passenderweise gibt es in dem Trödelladen, aus dem heraus Josefine Schönbrodt ihre Version des Schneewittchens erzählt, eine große Matrjoschka, in der sich sechs weitere Püppchen befinden. Für jeden Zwerg also eine kleine Frau.

Ostsee-Zeitung, 11.9.2014 von Miriam Weber