Leonce und Lena

Lustspiel von Georg Büchner

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„Prinz“ Leonce langweilt sich. Philosophie, Frauenliebe und Lebensutopien haben sich erschöpft und „wer arbeitet, ist ein subtiler Selbstmörder“. König Peter will seinen Sohn auf die richtige Lebensbahn bringen, er soll „Prinzessin“ Lena heiraten, die Staaten sollen in Europa vereinigt werden. Der Fluchtpunkt für Leonce und Lena ist Italien. Auf dem Weg dorthin kommt es zu einer existentiellen Begegnung mit Folgen. Die Schlusspointe bildet das Ideal vom „Ende der Geschichte“ als Hippie-Utopie: „Wir lassen alle Uhren zerschlagen, alle Kalender verbieten und zählen Stunden und Monden nur nach der Blumenuhr, nur nach Blüte und Frucht.“ „Leonce und Lena“, ein deutsches Lustspiel, vom 22-jährigen Georg Büchner für ein Preisausschreiben des Cotta-Verlages verfasst, stellt Büchner als den Avantgardisten vor. Seine radikale, dem Zeitgeschmack weit vorauseilende ästhetische Form des Schreibens macht ihn zu einem ersten Repräsentanten der beginnenden Moderne. Büchner, der „Revolutionär vom reinsten Wasser“ (Alfred Döblin), wo das „Gelächter aus der Inversion des Engagements entsteht“ (Max Frisch) ist für jede neue Generation eine interpretatorische Herausforderung. Unsere Inszenierung wird sich auf die Suche begeben, das „Prinzip Leonce und Lena“ zu entdecken, ein melancholisches Lebensgefühl der individuellen Verweigerung, gegen eine ausschließlich auf den merkantilen Zweck ausgerichtete Leistungsgesellschaft.