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Die Zauberflöte

Deutsches Singspiel in zwei Aufzügen
von Wolfgang Amadeus Mozart

Termine

Prinz Tamino ist auf der Flucht. Er trifft auf den Vogelfänger Papageno. Gemeinsam mit ihm soll er Prinzessin Pamina befreien. Zu ihrem Schutz erhalten Tamino und Papageno zwei Zauberinstrumente und begeben sich auf eine Reise ins Unbekannte.

Was so märchenhaft anmutet, entpuppt sich bald als vielschichtiges philosophisches Gedankenspiel, das weit über jedes Märchen hinausweist. Eine Geschichte voller Geheimnisse – unerklärlich, grausam, zärtlich, doch vor allem zutiefst menschlich.

Mit der „Zauberflöte“ gelang dem Duo Mozart und Schikaneder ein wahrhaft genialer Wurf. Facettenreich und eindringlich greifen Handlung und Musik ineinander, eine Musik, die – so bekannt sie ist – immer wieder neu gehört werden kann und sollte.

 

 

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Kontakt theaterpädagogische Angebote: Sabine Kuhnert

PRESSESTIMME

Eine Oper als Bildungsroman

Das Theater Vorpommern setzt bei der Premiere von Mozarts „Zauberflöte“ in Stralsund auf die Faszination des fortgesetzten Stilbruchs

Eine Kritik von Ekkehard Ochs

Schopenhauer nannte die Idee der Mozartschen „Zauberflöte“ „grotesk, aber bedeutsam“, für Goethe konnte nur der Ungebildete die Werte des Werkes übersehen und Wagner sah in ihm „die Quintessenz aller edelsten Blüten der Kunst“. Die Liste von Lob und Kritik, Skepsis und Begeisterung ist lang. Sie verweist auf eine dramaturgisch wie musikalisch-spannungsreich ambivalente Komplexität, die das Werk und seine Deutung seit der Uraufführung begleiten.

Deutlich machte das auch die vorgestrige Premiere in Stralsund, in der Operndirektor Horst Kupich seine Sicht präsentierte. Ihm ist das Werk eine Art „Bildungsroman“ (W. Konold) und der Weg Taminos zu höherer Erkenntnis vor allem der Weg zu sich selbst. Erfahrbar wird das als „Initiationsdrama“, in dem der gänzlich Unerfahrene Einsichten und Erkenntnisse sammelt, geradezu obsessiv ungewöhnliche Aufgaben erfüllt und damit Weisheit und Menschlichkeit erlangt.

Mit offenem Finale, denn das Traumpaar verlässt die erlauchte Versammlung, Ziel unbekannt! Das alles geht nicht ohne die Liebe Taminas und den alternativen Papageno als „alter ego“. So weit so (fast) normal! Weiteres wichtige, nicht selten verwirrendes, Drumherum des Werkes bleibt Spielwiese für fantasievolle Einfälle und die erklärte Absicht, auch damit Türen fürs Werkverständnis zu öffnen, Fragen zu provozieren, ohne gleich Antworten mitzuliefern - und Spaß zu haben!

Ein bisschen gemutmaßt werden darf aber schon: über drei putzige alte Damen (Mozarts Knaben!), den Vogel Phönix (!), einen Ariadne-Faden, die Funktion von Brillen und Kostümen, Wände malernde Geharnischte und einiges mehr. Konzeptionell gedacht wurde viel; wurde es erkannt? Zumindest provozierte es Aufmerksamkeit und Nachdenken über ein Geschehen, das in eher nüchternem und wenig märchenhaftem Ambiente (Bühne und Kostüm Jacob Knapp) die gar nicht so eindeutigen Welten von Gut (Sarastro) und Böse (Königin der Nacht) zu charakterisieren sucht. Die Hauptstränge einer insgesamt so vielschichtigen wie uneinheitlichen Handlung aber sind klar, die Personen identifizierbar charakterisiert. Und die Musik dieses „fortgesetzten Stilbruchs“ (S. Kunze) schweißt ohnehin alles zusammen; und dies nahtlos, weil Dirigent Harish Shankar Solisten, Opern- und Extrachor sowie Philharmoniker vielfach zu einem Musizieren in echt Mozartschem Geist zu beflügeln vermag: klangsensibel, stringent, elastisch federnd und inspiriert!

Beginnend mit der Ouvertüre, dann in den Ensembles, im Chorischen (Julija Domaševa) und bei den vielen Solisten, von denen Karo Khachatryan als tenoral strahlender Tamino und der herrlich buffoneske Alexandru Constantinescu (Papageno), Franziska Ringe als nicht nur stimmlich berührende Pamina, die Königin der Nacht Katarzyna Rabczuks und der Sarastro Andrey Valiguras’ genannt seien.

Der heftige Premierenbeifall galt aber der Gesamtheit einer schönen Ensembleleistung!

Ostsee-Zeitung, 15.5.2018