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Die Fledermaus

Komische Operette in drei Akten
von Johann Strauß
Text von Karl Haffner und Richard Genée
nach der Komödie „Le Réveillon“
von Henri Meilhac und Ludovic Halévy

Termine

Eine Körperverletzung mit Beamtenbeleidigung, eine Haftstrafe, Tarnung, Täuschung, Betrug, knisternde Erotik, ein Fledermauskostüm, eine goldene Uhr und unsterbliche Musik – das sind die Zutaten für den wohl berühmtesten Operettenkrimi der Geschichte. Das Verwirrspiel um den cholerischen Eisenstein, seine Frau Rosalinde, den rachsüchtigen Dr. Falke und die raffinierte Adele nimmt Fahrt auf, als alle sich zum Maskenball bei dem gelangweilten Adelssprössling Orlofsky einfinden. Hier trifft sich die sonst so biedere Gesellschaft, um sich frivolen Freiheiten hinzugeben. Kein Wunder also, dass es von dort aus geradewegs ins Gefängnis geht, wo ein gleichermaßen beredter wie betrunkener Gerichtsdiener Frosch alle auf ihre Plätze verweist.

Voller Champagnerlaune und berückender musikalischer Einfälle steckt diese wohl bekannteste Operette von Johann Strauß, die bei ihrer Uraufführung 1874 dem Publikum ein Lachen in einer politisch wie finanziell angespannten Weltsituation entlockte, nach vorne blickte, wo viele Verlorenem nachtrauerten und unmittelbar zum Kassenschlager wurde.

Für die Paraderolle des Gerichtsdieners “Frosch” konnte das Theater Vorpommern den Schauspieler Thorsten Krohn gewinnen. Der Charakterdarsteller, der zuletzt mit dem Schwabinger Kunstpreis und dem Deutschen Schauspielerpreis ausgezeichnet wurde, ist auf so namhaften Bühnen wie dem Nationaltheater Mannheim, den Münchener Kammerspielen, dem Essener Grillo-Theater und der Münchener Schauburg, zu deren festem Ensemble er seit 2010 gehört, zu Hause. Darüber hinaus hat er seine Bekanntheit diversen Rollen in Film- und Fernsehproduktionen wie dem Tatort, dem Polizeiruf 110 und dem preisgekrönten Film “Der Untergang” zu verdanken.

 

 

 

Angebote der Theaterpädagogik:

Workshops zur Vor- und Nachbereitung, Gespräche, Vorschau für Lehrer*innen, Theaterwerkstatt

 

Theaterwerkstatt (Anmeldung erforderlich):

Mi, 19.9. / 18-19.30 Uhr / Theater Stralsund

Mi, 10.10. / 18-19.30 Uhr / Theater Greifswald

 

Mehr Information zu den übrigen Formaten

Kontakt Theaterpädagogik: Sabine Kuhnert

PRESSESTIMME

Turbulent servierte Krise der Gesellschaft 

Man hat sie als das „Nonplusultra“ der Wiener Operette bezeichnet, und das ist sie wohl auch: „Die Fledermaus“ von Johann Strauss. Seit ihrer durchaus nicht ohne einige Vorbehalte aufgenommenen Uraufführung im Jahre 1874 sitzt sie mit ihren „Ohrwürmern“ und elektrisierender Tanzhaftigkeit, den flott-ironischen Dialogen und ansteckender Champagnerlaune fest in den Köpfen und Herzen der nachfolgenden Generationen. Den Reiz, sie in ihrer – zugegeben etwas unscharfen Ambivalenz – auch heute noch immer wieder zu inszenieren, inbegriffen!  Am Theater Vorpommern hat man ihm nachgegeben und vorgestern zunächst in Stralsund eine eigene Sicht präsentiert. Nach gut drei Stunden spendete ein volles Haus dem Team um Kay Link (Inszenierung, als Gast), Christof von Büren (Bühne und Kostüm, a. G.) und Generalmusikdirektor Florian Csizmadia reichlich Beifall. Er galt einer Aufführung, die man durchaus ungezwungen und unbeschadet ins Heute holte, ansonsten aber an der turbulent ausgespielten Brisanz des weder individuell noch gesellschaftspolitisch gar nicht so problemlosen Geschehens im Wien jener Zeit (existenzgefährdender Börsenkrach) keinerlei Abstriche machte. Im Gegenteil! Viel Munterkeit, viel Laune, viel Witz; nicht immer mit wünschenswertem Feinschliff und mit gelegentlicher Angestrengtheit samt Tendenz zur dann allerdings lustvoll ausgespielten Übertreibung. Die gute, alte Operette. Man muss sie allerdings mögen! In Stralsund mochte man sie; im Saal wie auf der Bühne. Gespielt wurde dort mit kraftvoller, schon mal recht lauter Hingabe und professionellem Geschick sowie Gespür für das sonst leicht überhörbare künstlerische Gewicht speziell des Musikalischen.  Vorpommerns Philharmoniker waren in bester Spiellaune, so präzise wie schwungvoll und inspiriert musizierend und unter dem wieder souveränen GMD Florian Csizmadia starke Partner für serienweise ausgezeichnete sängerische Leistungen: Thomas Rettensteiner und Gunta Cese als Ehepaar Eisenstein, Katarzyna Rabczuk und Franziska Ringe als Schwestern Adele und Ida, Semjon Bulinsky (Alfred), Alexandru Constantinescu (Notar), Pihla Terttunen (Orlofsky), Maciej Kozlowski (Gefängnisdirektor), Bernd Roth (Anwalt) und in einer kultigen Sprechrolle Thorsten Krohn (Frosch, a. G.).  Die Chöre waren wie immer blendend präpariert von Mauro Fabbri. Fazit: Ein gelungener Abend!

Ekkehard Ochs, Ostsee-Zeitung