5. Philharmonisches Konzert
Sinfonische Märsche
Paul Hindemith: Sinfonische Metamorphosen über Themen von Carl Maria von Weber
Richard Strauss: Metamorphosen für 23 Solo-Streicher
Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 „Eroica“
03.03.10 / 04.03.10 Stralsund
09.03.10 Greifswald
Das Thema dieser Konzertsaison „Metamorphosen“ wird im 5. Philharmonischen Konzert erneut explizit in den Vordergrund gerückt. Den Auftakt des Abends bilden Paul Hindemiths „Sinfonische Metamorphosen über Themen von Carl Maria von Weber“. Dieses 1943 entstandene Werk gehört zu den heitersten und hörerfreundlichsten Werken in Hindemiths oft als spröde abgewerteter Tonsprache. Dabei wurden Webers Themen vom Komponisten nicht lediglich umorchestriert, sondern – so Hindemith - „leicht gefärbt und ein bißchen schärfer gemacht“.
Richard Strauss schrieb seine Metamorphosen für 23 Solo-Streicher 1945, in einer Zeit, als er alles verloren glaubte: seinen guten Ruf, seine Ideale und Wertvorstellungen, seine Wirkungsmöglichkeiten. So entstand mit den "Metamorphosen" ein Abgesang der Trauer auf eine in Trümmer versunkene Kultur, als deren letzter Repräsentant Richard Strauss sich verstand, ein düsteres Zeugnis aus einer düsteren Zeit. Nicht ganz zufällig zitiert er den Trauermarsch aus dem 2. Satz der "Eroica"-Sinfonie von Beethoven als Symbol des schmerzlichen Abschiednehmens von dieser - seiner - Zeitepoche. Mit seiner ungeheuren Ausdrucksintensität trotz des Verzichts auf ein breites Spektrum an Klangfarben ist dieses Stück ein Spätwerk im emphatischen Sinne.
Ludwig van Beethoven schrieb seine 3. Sinfonie, „Eroica“, in Begeisterung für die Ideale der französischen Revolution und widmete sie zunächst Napoleon Buonaparte, einem in seinen Augen exemplarischen Vertreter des neuen „titatnischen“ Menschentums. So entstand ein Werk, das an Umfang, Schwierigkeitsgrad und Komplexität der Themenverarbeitung seinerzeit ohne Vorbild war.