Der fliegende Holländer
Romantische Oper von Richard Wagner
Musik und Text von Richard Wagner
Koproduktion mit dem Opernfestival Lecce
- Musikalische Leitung: Karl Prokopetz
- Inszenierung: Anton Nekovar
- Bühne: Susanne Thomasberger
- Kostüme: Christine Becke
- Chöre: Thomas Riefle
- Dramaturgie: Lür Jaenike
Wiederaufnahme
Ein Fluch treibt den Holländer seit unerdenklich langer Zeit in ruheloser Fahrt auf den Weltmeeren umher. Alle sieben Jahre ist es ihm erlaubt, an Land zu gehen, um ein bis in den Tod getreues Weib zu finden, das ihn von diesem Fluch erlösen kann. Bei einem dieser Landgänge trifft er auf den norwegischen Seefahrer Daland, dessen Schiff ein Sturm in eine geheimnisvolle Bucht verschlagen hat. Der Holländer erzählt ihm, dass er des langen Seefahrens müde sei, sich nach einem liebenden Weib und nach einem Heim sehne, wofür er gern die reichen Schätze seines Schiffes gäbe. Freudig bietet ihm Daland daraufhin die Hand seiner Tochter Senta. Als der Vater mit dem Holländer erscheint, entschließt Senta sich rasch zu dem Versprechen ewiger Treue. Bei einem Fest jedoch belauscht der Holländer ein Gespräch Sentas mit ihrem Verlobten Erik, der sie an das ehemals ihm gegebene Treueversprechen erinnert. Der Holländer fühlt sich verraten, enthüllt den Umstehenden seine wahre Identität und sticht verzweifelt in See. Senta hält ihm jedoch die Treue bis in den Tod und stürzt sich von den Felsen herab ins Meer.
Inspiriert von der Sage über den geheimnisvollen Seefahrer komponierte Richard Wagner seine volkstümlichste und populärste Oper. Er entnahm den Stoff einer Erzählung Heinrich Heines sowie einzelne Handlungsstränge Wilhelm Hauffs Märchen vom „Gespensterschiff“. Obwohl er Heines Erzählung seit 1839 kannte, entschied Wagner sich erst unter dem Eindruck der stürmischen Überfahrt während seiner Flucht aus Riga nach London für die dramatische Gestaltung. Mit „Der fliegende Holländer“ wendet Wagner sich erstmals einem Sagenstoff zu. Aber noch wichtiger: Erstmals unterlegt er einer seiner Dichtungen ein Motiv, dem er in fast allen folgenden Opern und Musikdramen nachgeht: das Erlösungs-Motiv. Für Wagner selbst stellt das Werk vor allem in dichterischer Hinsicht einen Wendepunkt in seiner Entwicklung dar. Er betrach-tete sich von nun an nicht mehr als „Verfertiger von Operntexten“, sondern als „Dichter“. Am 2. Januar 1843 gelangte „Der fliegende Holländer“ zum ersten Mal in Dresden auf die Bühne. Die hastig vorbereitete Aufführung konnte jedoch nicht annähernd den Erfolg erzielen wie „Rienzi“ ein Jahr zuvor. Heute gehört Wagners vierte Oper allerdings zu seinen meistgespielten Werken.
| OZ Kultur vom 19. April 2010 |