Theaterleben - Theater erleben

Soul Pictures

Zwei Ballette von Ralf Dörnen

Uraufführung

Ab 7. November 2009 in Greifswald
Ab 15. November 2009 in Putbus
Ab 8. Januar 2010 in Stralsund


Premiere


Der erste Ballettabend dieser Spielzeit entsteht aus der Beschäftigung mit dem großen Themenkomplex „Soul – Seele“ und den Fragen: Wie bestimmt die Seele unser Leben? Welche Gefahren schlummern in ihr? Welchen Wandlungen ist sie unterworfen? Ist sie lebendiges Wesen? Das Leben? Grundsätzlich Person oder spiritueller Natur? Ralf Dörnen lässt sich von unterschiedlichen Musikquellen inspirieren und kreiert Seelenbilder – Soul Pictures; denn fließend ist die Begegnung von Musik und Seele; berührt werden Körper, Sinne, Empfindungen, Spiritualität. Soul Pictures von innen und außen.

Soul-Musik als Synonym für schwarze Popmusik bestimmt den ersten Teil des Abends. In den 1950er Jahren verschmolz Gospel mit Rhytm’n’Blues. Es entstand eine Musik, die „soulful“ war: gefühlsbetont, mit viel Seele und geprägt von starker Emotionalität. Soul leistet(e) in seinen verschiedenen Ausprägungen den Spagat, für den weißen Massenmarkt geglättet zu sein und gleichzeitig politisch und gesellschaftlich ein neues schwarzes Selbstverständnis zu repräsentieren. In den 1960er Jahren erlebte der Soul seinen Höhepunkt und steigerte sich zum pompösen, mit vielen, vor allem klassischen Instrumenten angereicherten Sound. Die Bandbreite der Musik reicht von der gefühlvollen Ballade bis hin zur temporeichen Tanznummer von Soulgrößen wie Ray Charles, Dionne Warwick, Aretha Franklin, Marvin Gaye, Seal u. a. Die 70er, 80er und 90er Jahre brachten eine musikalische Auffächerung des Souls mit sich; es etablierten sich Funk und Disco, Jazz, Hip-Hop, elektronische Musik wie House, Techno, Acid Jazz; ein Crossover bis hin zum Mainstream Pop.

Im zweiten Teil des Abends findet „Vom Winde beweint“ des georgischen Komponisten Giya Kancheli eine tänzerische Umsetzung. Kanchelis 1990 entstandenes viersätziges Werk trägt den Untertitel „Liturgie für Orchester und Solo-Viola“. Die Art der Liturgie, die dieser Musik zugrunde liegt, lässt sich kaum bestimmen; so hat das Motiv der Solo-Viola einen meditativen, gebetsähnlichen Charakter, und der Wechsel der einzelnen Ensemblegruppen erweckt den Eindruck antiphonalen Singens. Es ist ein eindrucksvolles Erlebnis, diese zeitgenössische Musik zu hören, die ihre Legitimation und Wirksamkeit aus dem Umstand bezieht, dass sie von zeitlosen, gar überzeitlichen Dingen spricht.

Giya Kancheli, 1935 in Tiflis geboren, studierte Komposition in seiner Heimatstadt und wurde 1971 musikalischer Leiter des dortigen Rustaveli-Theaters. 1991 siedelte er nach Berlin über. 1995 wurde er Composer-in-residence der Königlichen Flämischen Phil-harmonie in Antwerpen. Seither lebt Kancheli als freischaffender Komponist in Belgien.









Plakatmotiv
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<br> Freie Fahrt mit dem TheaterBus

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