Mutter Courage und ihre Kinder
Eine Chronik von Bertolt Brecht
Musik von Paul Dessau
- Inszenierung: Johanna Schall
- Bühne: Horst Vogelgesang
- Kostüme: Jenny Schall
- Musikalische Leitung: Andreas Kohl
- Choreographie: Sabrina Sadowska
- Dramaturgie: Catrin Darr
Wiederaufnahme
Die Marketenderin Anna Fierling, genannt Mutter Courage, zieht während des Krieges mit ihrem Wagen und ihren drei halbwüchsigen Kindern den Armeen nach. Sie lebt vom Krieg, und das nicht einmal schlecht. Da der Frieden der Händlerin die Existenzgrundlage entziehen würde, fürchtet die Courage ihn mehr als die Fortführung des Krieges. So lebt sie in einem fortwährenden Widerspruch: Einerseits glaubt sie, das Beste für ihre Kinder zu wollen, andererseits verliert sie ein Kind nach dem anderen an den Krieg. Zuerst zieht Eilif, ihr Ältester, als Soldat an die Front. Danach wird ihr Zweiter, Schweizerkas, gefangen genommen. Die Courage hat sogar die Möglichkeit, ihn freizukaufen, doch als Geschäftsfrau handelt sie so lange um die Höhe des Lösegeldes, bis es für den Sohn zu spät ist und er standrechtlich erschossen wird. Die Tochter Kattrin ist die Einzige, die im Wunsch nach Frieden lebt. Sie erfährt vom geplanten Überfall auf eine Stadt und warnt unter Einsatz ihres eigenen Lebens die Bürger vor der Gefahr ...
Bertolt Brecht (1898-1956) feierte 1922 seinen ersten Bühnenerfolg mit „Trommeln in der Nacht“ an den Münchner Kammerspielen. Zwei Jahre später ging er zu Max Reinhardt an das Deutsche Theater Berlin, nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten floh er ins Exil. „Mutter Courage“ zählt zusammen mit dem im gleichen Jahr entstandenen „Leben des Galilei“ zu den meistgespielten Stücken des „realistischen Brecht“. 1939 geschrieben und am 19. April 1941, zwei Monate vor dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion, am Zürcher Schauspielhaus mit Therese Giehse in der Titelrolle uraufgeführt, verzichtet das Stück auf jegliche vordergründige Aktualisierung. Am 2. Juni 1946, rund ein Jahr nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges, wird „Mutter Courage“ in Konstanz zur deutschen Erstaufführung gebracht. Am 11. Januar 1949 hat das Stück schließlich im sowjetischen Sektor Berlins seine Premiere, und zwar am Deutschen Theater, unter Brechts eigener Regie und mit Helene Weigel in der Rolle der Courage. Bei den Vorbereitungen zur Inszenierung arbeitete Brecht einige Szenen um; das solle, so pointierte er seine Absicht im „Couragemodell 1949“, hauptsächlich zeigen: „Dass die großen Geschäfte in den Kriegen nicht von den kleinen Leuten gemacht werden. Dass der Krieg, der eine Fortführung der Geschäfte mit anderen Mitteln ist, die menschlichen Tugenden tödlich macht, auch für ihre Besitzer. Dass für die Bekämpfung des Krieges kein Opfer zu groß ist.“
| OZ HGW vom 3. Mai 2010 |
| OZ Kultur vom 26. April 2010 |
| Mutter Courage | Eva-Maria Blumentrath |
| Kattrin, ihre stumme Tochter | Anja Taschenberg |
| Eilif, der ältere Sohn | Lukas Goldbach |
| Schweizerkas, der jüngere Sohn | Grian Duesberg |
| Der Koch | Marco Bahr |
| Der Feldprediger | Hannes Rittig |
| Yvette Pottier | Marlen Ulonska |
| 1. Clown und andere Rollen | Markus Voigt |
| 2. Clown und andere Rollen | Christian Holm |
| Fähnrich | Lukas Goldbach |
| Soldat | Grian Duesberg |
| Musiker | Andreas Kohl |
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Christian Holm, Lukas Goldbach, Grian Duesberg, Eva-Maria Blumentrath, Markus Voigt
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Eva-Maria Blumentrath und Marco Bahr
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Marco Bahr, Hannes Rittig, Eva-Maria Blumentrath
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Marlen Ulonska und Eva-Maria Blumentrath
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Eva-Maria Blumentrath, Grian Duesberg, Christian Holm