Die Räuber
Ein Schauspiel von Friedrich Schiller
- Inszenierung: Matthias Nagatis
- Bühne: Susanne Thomasberger
- Kostüme: Esther Bätschmann
- Musikalische Leitung: Andreas Kohl
- Dramaturgie: Anja Nicolaus
Wiederaufnahme
Als Schillers „Räuber“ 1782 in Mannheim uraufgeführt wurden, tobte das Publikum vor Begeisterung. Es war Schillers erstes Drama und schon darin zeigte er den Mut, in einem absolutistischen Staat die Freiheit des Menschen zu diskutieren – auf einer öffentlichen Bühne, mit faszinierender Sprache und großer dramatischer Kraft. Dieses Werk war revolutionär in seinen Gedanken und seiner Form und etablierte Schiller als bemerkenswerten Dramatiker. Bis heute hat dieses Drama seinen festen Platz auf den deutschen Bühnen behauptet und wird am Theater Vorpommern anlässlich des 250. Geburtstages Schillers neu inszeniert.
Schillers Erstlingswerk erzählt die Tragödie der Familie Moor: Karl, der ältere Sohn des Grafen Maximilian von Moor, entschuldigt sich in einem Brief an den Vater für sein studentisches Lotterleben und erwartet dessen Vergebung. Er will zurück ins väterliche Haus und in die Idylle seiner Liebe zu Amalia. Aber zu Hause lebt ebenfalls sein jüngerer Bruder Franz. Auch Franz will Amalia heiraten und neidet Karl die Vorteile des Erstgeborenen. Sich seinem Schicksal widerstandslos fügen und somit auf Frau und Erbe verzichten, will er nicht. Er fälscht Karls Brief, liest dem Vater Lügen über dessen Greueltaten vor und überredet ihn dann, seinen älteren Sohn zu verstoßen. Diese unerwartete Antwort des Vaters entfesselt in Karl eine rasende Wut, der er in seinem neuen Dasein als Hauptmann einer Räuberbande freien Lauf lässt. Aber ein Zufall führt zum Wiedersehen der Familie.
Mit den "Räuber" entwirft Schiller eine Geschichte des Aufruhrs gegen die gesellschaftliche Ordnung. Beide Brüder – wenn auch mit unterschiedlichen Motiven – rebellieren gegen den Vater und damit gegen gesellschaftliche Zwänge. Sie müssen scheitern, aber dieses Scheitern kann die Ordnung nicht festigen. Vielmehr fordert es die Frage nach einer neuen Gesellschaft, in der Individualität und Freiheit möglich sind. Eine Frage, die in der Gegenwart vielleicht andere Vorzeichen, aber noch immer keine endgültige Antwort bekommen hat.
Friedrich Schiller (1759-1805) kam mit dreizehn Jahren gegen seinen Willen und den seiner Eltern auf Befehl des Herzogs Karl Eugen auf die Militärakademie („Karlsschule“) in Stuttgart. Dort musste er, der eigentlich Pfarrer werden wollte, Jura und Medizin studieren. Der herzoglichen Willkür ausgesetzt, war er selbst nach Abschluss seines Medizinstudiums gezwungen, als Militärarzt weiterhin kaserniert zu leben. In dieser Zeit schrieb Schiller sein Drama „Die Räuber“, in dem er seine Erfahrungen mit den Zwängen seiner pietistischen Erziehung und dem militärischen Drill verarbeitete. Der Mannheimer Uraufführung 1782 wohnte Schiller – trotz Verbots – bei. Der Schlussapplaus geriet zu einem Begeisterungssturm. Ein Besucher berichtete: „Das Theater glich einem Irrenhause, rollende Augen, geballte Fäuste, stampfende Füße, heisere Aufschreie im Zuschauerraum!“ Dem daraufhin von Herzog Karl Eugen verfügten Arrest und Schreib-verbot entzog Schiller sich durch Flucht aus Württemberg.
| Maximilian, regierender Graf von Moor | Jörg F. Krüger |
| Karl, der ältere Sohn des Grafen von Moor | Hannes Rittig |
| Franz, der jüngere Sohn des Grafen von Moor | Lukas Goldbach |
| Amalia von Edelreich | Anja Taschenberg |
| Spiegelberg | Marco Bahr |
| Schweizer | Markus Voigt |
| Razmann | Grian Duesberg |
| Schufterle | Christian Gaul |
| Roller | Christian Holm |
| Kosinsky | Dominik Wachsmann |
| Schwarz | Kay Behrens |
| Hermann, Bastard von einem Edelmann | Lutz Jesse |
| Daniel, Hausknecht des Grafen von Moor | Rainer Harder |
| Pastor Moser | Jan Bernhardt |
| Ein Pater | Jan Bernhardt |