"Der Trinker" - mit Matthias Brenner

Nach dem Roman von Hans Fallada in einer Textfassung von Uwe Dag Berlin und Claudia Steinseifer.

Text Foto: Falk Wenzel

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Das authentische und erschütternde Psychogramm eines Alkoholkranken, Der Trinker von Hans Fallada wird als Monolog für das neue theater Halle von Uwe-Dag Berlin inszeniert. In der Figur des Erwin Sommers schrieb sich Fallada seiner persönliche Suchtgeschichte von der Seele. Der Kaufmann Erwin Sommer verheimlicht seiner, nach vierzehn Jahren Ehe entfremdeten Frau Magda, dass er mit seinem Geschäft aus Nachlässigkeit in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist. In dieser Krise entdeckt er für sich die verführerische Wirkung des Alkohols… Schnell gerät er in die Spirale der Sucht und des sozialen Abstiegs, vom Gefängnisaufenthalt über Entmündigung bis zur Einweisung in eine Heilanstalt. Dort durchlebt er nochmals die Etappen seiner Abhängigkeit, projiziert Momente des Glückes und des Zerfalls in die Lebensmomente mit seiner Ehefrau Magda und der Kellnerin Elinor. Während Elinor zur Begleiterin berauschender Stunden wird, projiziert er in die ehrgeizige Magda mehr und mehr die Feindin, die er im Rausch hassen kann. Am 5. Februar 1947 verstarb Rudolf Ditzen alias Hans Fallada an den Folgen eines Rückfalls in seine Drogensucht. Seit seiner Jugend kämpfte er gegen die Abhängigkeit von Alkohol, Morphium, Kokain und Medikamenten.

Nacht der Machtübernahme Adolf Hitlers zog sich Fallada weitestgehend aus dem öffentlichen Leben zurück. Abgeschieden widmete er sich seiner Arbeit als Schriftsteller. 1944 schoss er während eines Streites mit seiner Exfrau Anna Ditzen mit einer Pistole in den Tisch. Wegen Totschlagsversuch angeklagt wurde er als nicht zurechnungsfähiger Trinker in die Neustrelitzer Landesanstalt eingewiesen. Dort verbrachte er dreieinhalb Monate in denen das Manuskript seines Romanes Der Trinker entstand. Posthum wurde der Trinker im Jahr 1958 veröffentlicht.

Text Foto: Falk Wenzel