BRONZE BY GOLD

Mouvoir / Stephanie Thiersch (Köln)
mit dem Asasello Quartett und DJ Elephant Power

  • Aufführungsdauer 75 min
Text

Termine

  • 22.10.2018 19:30 Uhr Großes Haus, Greifswald
  • Gastspiel Tanztendenzen
  • Karten kaufen

Musik und Tanz, Intensitäten, Rhythmen und Stile fallen ineinander, verflechten und blockieren sich. Der Titel „Bronze by Gold”, gefunden im Sirenenkapitel des Ulysses (J. Joyce), steht für das verführerische Nebeneinander und Nacheinander von Zeitgenössischem Tanz, Tableaux Vivants, Streichquartett und Clubmusik. Jeder glänzt, gewittert oder erlischt: Sieben Performer, ein Streichquartett und ein DJ werden als utopische Gemeinschaft dazu gebracht, sich zu verbinden, zu verketten, aneinander zu zerren, spielerisch und unbequem, lustvoll und erzwungen. „Bronze by Gold“ kommt daher wie eine eklektizistische Montage, die einen Sog entwickelt und ikonische Bilder einer Gesellschaft durcheinander wirbelt, die sich selber feiert, die aufgibt, weiterzieht, überleben muss.

Zu den sich immer weiterverzweigenden Klängen des Asasello-Quartett, angefangen mit der “Großen Fuge” von Beethoven über “Torso V” von Márton Illés, bis zu Hikari Kiyamas “Raga Phi”, gesellen sich die pochenden Bässe und die virtuose Scratchtechnik des Dj Elephant Power. 12 Körper werden zu Strudeln und versuchen dennoch sich zu behaupten, gegen den Strom zu schwimmen. In einer Welt, in der alles nebeneinander steht, sich alles gegenseitig zu nivellieren scheint, versuchen sie immer wieder anders in Erscheinung zu treten.

Konzept/Choreographie: Stephanie Thiersch | Quartett: Rostislav Kozhevnikov (1. Violine), Barbara Streil (2. Violine), Teemo Myöhänen (Cello), Justyna Śliwa (Viola) | Tanz: Claudia Greco, Viviana Éscalé, Camille Revol, Kefa Oiro, Valentí Rocamora, Marika Gangemi, Michele Meloni | Elektronische Musik DJ Elephant Power | Dramaturgie Guy Cools | Choreographisch-musikalische Beratung: Juan Cruz Díaz de Garaio Esnaola | Choreographische Assistenz : Viviana Éscalé, Valentí Rocamora | Kostüme: Fabien Almakiewicz | Bühne: Jasper Diekamp | Lichtdesign: Nico de Rooij, Jürgen Kapitein | Technische Leitung: Fabian Fleisch | Ton: Maximilian Johansson | Produktionsleitung: Karolin Henze | Management: Béla Bisom.

SOLOGRAPHIES

Compagnie Linga (Schweiz)

  • Aufführungsdauer 60 min
Text

Termine

  • 23.10.2018 20:00 Uhr Rubenowsaal (Stadthalle), Greifswald
  • Gastspiel Tanztendenzen
  • Karten kaufen

Drei Tänzerinnen unterschiedlicher Herkunft tauchen jeweils ein in ein Solo voller Intensität. Sie wählen das Solo als Weg des intimen Dialogs und der Konfrontation mit ihrem Publikum und hinterfragen dabei die immer wieder empfundene Notwendigkeit, Konventionen zu brechen.

Die drei sind engelhaft, androgyn, einlullend, entfesselt, zerzaust, erfüllt und extravagant. Sie sind femmes fatales, rebellisch, idealisiert, mutiert, orientalisch, spirituell teuflisch, selbstbewusst, unentschlossen und unbeständig. Cherchez la femme.

Sie sind einander verbunden in ihrem beunruhigenden Bedürfnis nach gegenseitiger Nähe, die sie brauchen, um sich der eigenen Geschichte und des eigenen Stils zu versichern und sich neu zu positionieren. Das Solo ist eine intensive und niemals endende Auseinandersetzung zwischen Künstlerin und Bühne, Künstlerin und Publikum, Künstlerin mit sich selbst und gleichzeitig eine besondere Form des Dialogs zwischen Tänzerin und Choreograph*in. Es ist die Rückkehr zum Inbegriff des Tanzens, eine intensive Suche nach den unterschiedlichen Ausdrucksmöglichkeiten einer Künstlerin auf der Bühne. Solographies hat das Ziel, die individuelle Virtuosität der zarten und berührenden Tänzerinnen zum Strahlen zu bringen, die tanzend Herz und Seele offenlegen, wenn sich der Vorhang öffnet.

 

Konzept/Choreographie: Katarzyna Gdaniec, Marco Cantalupo | Tanz: Ai Koyama, Dorota Łecka, Raquel Miro | Lichtgestaltung: German Schwab | Soundcollage: Marco Cantalupo, François Planson | Bühne: Christian Denisart, Serge Perret, Miguel Iglesias | Kostüme: Géneviève Mathier | Verwaltung: Françoise Oehrli | Kommunikation: Luisa Daniel

Fliegende Kuh [4+]

de Stilte (Niederlande)

  • Aufführungsdauer 50 min
Text

Termine

  • 25.10.2018 10:00 Uhr Hinterbühne, Greifswald
  • Gastspiel Tanztendenzen
  • Karten kaufen
  • 25.10.2018 12:00 Uhr Hinterbühne, Greifswald
  • Gastspiel Tanztendenzen
  • Karten kaufen

Spielen macht Spaß, ist aber gleichzeitig eine sehr ernste Sache. Alles ist möglich, wenn man erstmal richtig ins Spiel vertieft ist. Unterwegs im Reich der Phantasie, finden sich zwei Mädchen und ein Junge in einer Pattsituation wieder. Denn wenn man zu dritt ist, stellt sich die Frage, wer spielt mit wem?

Zwischen den kullernden Eiern, der schlurfenden alten Frau und der fliegenden Kuh entsteht ein Spiel über Freundschaft, Einsamkeit und Solidarität.

Choreographie: Jack Timmermans | Musik: Timothy van der Holst | Bühne: Bert Vogels | Kostüme: Joost van Wijmen | Lichtgestaltung: Pink Steenvoorden | Tanz: Viviana Fabiano, Tessa Wouters, Gianmarco Stefanelli

EXCESO DE LA NADA - ÜBERFLUSS DES NICHTS

Cooperativa Maura Morales (Düsseldorf)

  • Aufführungsdauer 65 min
Text

Termine

  • 26.10.2018 19:30 Uhr Großes Haus, Greifswald
  • Gastspiel Tanztendenzen
  • Karten kaufen

Mein Kopf hat viele Dinge schon vergessen, aber mein Körper erinnert sich an alles.
Maura Morales

 Exceso de la nada – Überfluss des Nichts ist die künstlerische Auseinandersetzung der Tänzerin und Choreographin Maura Morales mit ihrer Heimat Kuba, die sie 1996 verlassen hat:

„Mit sechs Jahren habe ich gelernt, zu tanzen, mit zehn Jahren, wie man eine Kalaschnikow benutzt und mit achtzehn Jahren, dass die Geschichte meine Landes eine Lüge war.“

Ein Tanzsolo über das Schwimmen auf dem Trockenen, über das Schwimmen gegen die Strömung eines fotogenen Landes, das aussieht, als würde es lachen, obwohl es eigentlich weint. Eine Ballade über eine zur Ausbeutung bestimmte Insel, die man hierzulande besuchen möchte, „bevor sich etwas ändert“, während die Kubaner raus wollen, weil sich nichts ändert.

 

Konzept/Regie/Choreographie/Tanz: Maura Morales | Komposition/Live Sampling: Michio Woirgardt | Lichtgestaltung: Grace Morales Suso | Video: Manfred Borsch | Kostüm: Marion Strehlow | Technische Leitung: Frank Schuhmann | Coaching traditioneller kubanischer Tanz: Lodge Luis Clavaire Cuba | Gesang: Wilmer Ferrán, Pupito

RITE OF EXILE: SILENT SCENT

Iraqi Bodies (Schweden)

  • Aufführungsdauer 45 min
Text

Termine

  • 27.10.2018 19:30 Uhr Großes Haus, Greifswald
  • Gastspiel Tanztendenzen
  • Karten kaufen

Da sprach ich: Meister, was ist denn so quälend
Für sie, daß solche Klagen es hervorruft? –
Und er: Das will ich kürzlich dir berichten:

Der Tod hat Hoffnung ihnen nicht zu bieten,
Und so verächtlich ist ihr blindes Leben,
Daß sie jedwedes andre Los beneiden.

Dante Alighieri, Inferno, Canto III

 

Eine an den Ufern der Hölle gestrandete Familie entsinnt sich ihrer verlorenen Unschuld. Unter dem aufdringlichen Blick der Parzen suchen zwei Brüder, Vater und Sohn, Mutter und Tochter nach ihrer verlorenen Tugend. Neun Szenen zeigen ihren Absturz in einen schwindelerregenden Abgrund.

In dem szenischen Experiment Rites of Exile beschäftigen sich Iraqi Bodies intensiv mit Themen aus Dantes De Vulgari Eloquentia und La Divina Commedia. Die drei Performances sind den Themen Liebe, Krieg und Tugend gewidmet, erzählt aus der Perspektive von Hölle, Paradies und Fegefeuer. Im dritte Teil der Trilogie, Silent Scent, steht die Tugend im Mittelpunkt.

Regie/Choreographie: Anmar Taha | Musik: Josephine Gray | Performance: Nea Landin, Christoforos Makatsoris, Josephine Gray, Anmar Taha | Bühne: Anmar Taha | Kostüme: Angeliki Manesi, Fani Mouzaki | Licht: Anmar Taha | Produktion: Iraqi Bodies