Filmclub Casablanca e.V.

Termine

  • 04.06.2018 20:30 Uhr Foyer, Greifswald
  • Marlina - Die Mörderin in vier Akten / Western, Indonesien 2017, FSK 16, 95 Min, OmdtU, Regie: Mouly Surya
  • 02.07.2018 20:30 Uhr Foyer, Greifswald
  • Leaning into the wind - Regie: T.Riedelsheimer, GB 2017, 93 min, Blu-ray, OmU

Das Theater Greifswald geht mit der Zeit: Nicht nur auf der Bühne, sondern auch auf der Leinwand. Einmal pro Monat präsentiert der Filmclub Casablanca im Foyer des Theaters einen Film. Genauere Informationen zum Filmclub finden Sie auf deren Internetseite: http://www.casablanca-greifswald.de/

 

Filmclub Casablanca e.V. am 14. Mai 2018 / 20:30 Uhr / Foyer

"Tom of Finland"  
Regie: Dome Karukoski (FIN/D/S/DK 2017)  
 
Jeder kennt die ikonische, stilbildende Kunst von „Tom of Finland“, doch kaum einer die Geschichte des Mannes dahinter: Zurückgekehrt von der Front des Zweiten Weltkrieges erweist sich für Touko Laaksonen das Leben im Frieden ebenso als Krieg. Im Finnland der 50er-Jahre kann er als Homosexueller weder lieben, wen er will, noch sich selbst verwirklichen. Immer der Gefahr einer strafrechtlichen Verfolgung ausgesetzt, die mit Schwulen rigoros umgeht, findet Touko Zuflucht im Zeichnen homoerotischer Bilder. Unter dem Pseudonym „Tom of Finland“ tritt seine Kunst schließlich in den 1970er-Jahren einen Siegeszug an. Der Künstler entfacht damit nicht nur die „Gay Revolution“, sondern wird auch zur Symbolfigur einer ganzen Generation junger schwuler Männer.  
 
Finnland 2017, in Koproduktion mit Schweden, Dänemark und Deutschland, 115 Min, OmU, Blu-ray, FSK 12 




Filmclub Casablanca e.V. am 4. Juni / 20.30 Uhr

Marlina - Die Mörderin in vier Akten

Western, Indonesien 2017, FSK 16, 95 Min, OmdtU, Regie: Mouly Surya

Indonesien. Ein Mann auf einem Motorrad erreicht eine abgelegene Hütte. Er verkündet der dort lebenden Marlina (Marshy Timothy), dass bald sechs seiner Freunde eintreffen werden, um ihr Geld und all ihr Vieh zu stehlen und - wenn Zeit bleibt - sie im Anschluss zu vergewaltigen. Zunächst einmal hätte er aber gerne Hühnersuppe zum Abendessen. Marlina macht sich auf den Weg in die Küche. Hühnersuppe wird es geben. Und etwas besonders Scharfes zum Nachtisch.

„Füllt die große Leinwand tatsächlich so konsequent aus wie kaum ein anderer Film“ - Filmstarts.de

 Film des Monats Januar 2018 epd:

"Nach dem Tod von Mann und Sohn lebt Marlina alleine in einem Häuschen auf dem Land, zusammen mit zehn Kühen, zehn Ziegen, zehn Schafen und sieben Hühnern. Als alleinstehende Frau mit einem gewissen Wohlstand ist sie leichte Beute, denken sich Markus und seine siebenköpfige Männerbande: Sie stehlen das Vieh, lassen sich von Marlina bekochen und kündigen ihr großspurig an, sie in der Nacht einer nach dem anderen zu vergewaltigen. Was Marlina, wie wir aus dem Titel schon vorab erfahren, nicht einfach so zulassen wird.

In großen Bildern und mit kleinem Budget erzählt die 37 Jahre alte indonesische Regisseurin Mouly Surya die Geschichte weiblichen Widerstands gegen patriarchale Gewalt. Und zwar mit deutlichen Anleihen an das Western-Genre: Weite Landschaften, brutale Ganoven und eine wortkarge Heldin, die mit Entschlossenheit zuschlägt und dann in den Sonnenuntergang reitet. Das Genre passt gut zum Sujet, da es sich beim Kampf um die Integrität des weiblichen Körpers nach wie vor um ein Grenzgebiet handelt, eine Wildnis, in der der zivilisierende Arm des Gesetzes noch nicht etabliert ist. So lehnt, in einer Groteske der Indifferenz, auch die Polizei jede Verantwortung ab, sie ist nicht zuständig. Wenn Unbeteiligte helfen, so sind es meist Frauen.

Gerade weil die Western-Anleihen so deutlich sind, fallen die Abweichungen umso stärker ins Auge. So wird Marlina, anders als viele klassische Westernhelden, keineswegs zur Mörderin, um Rache zu üben. Es geht ihr nicht darum, erlittenes Unrecht zu sühnen oder gar einem abstrakten Prinzip namens Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen. Sie will nur unversehrt bleiben und nicht vergewaltigt werden. Und anders als bei ihren männlichen Pendants erwartet sie auch nicht das Schicksal eines einsamen Wolfs, der vom Leben in menschlichen Gemeinschaften ausgeschlossen ist. Ganz im Gegenteil: Ihr Kampf führt Marlina in die Gemeinschaft mit anderen, in eine Zukunft neuer und besserer Beziehungen." (epd)

 

Filmclub Casablanca zeigt am 2.7.2018 / 20.30 Uhr

Leaning into the Wind - Andy Goldsworthy

Regie: Thomas Riedelsheimer (Rivers and Tides), Großbritannien 2017, 93 min, Blu-ray, OmU

Vor 16 Jahren faszinierte Thomas Riedelsheimers vielfach preisgekrönter Sensationserfolg „Rivers and Tides – Andy Goldsworthy working with time“ das Kinopublikum weltweit. Nachdem sie sich 10 Jahre nicht gesehen hatten, trafen Riedelsheimer und Goldsworthy sich 2011 in Schottland wieder – und beschlossen, sich an einen neuen Film zu wagen. 

Wie eine Figur von Caspar David Friedrich zeigt Thomas Riedelsheimers Kamera einmal den Held des Films: von hinten hoch oben auf einer Bergkuppe, den Blick unter der breiten Krempe des Huts in eine weite Hügellandschaft schweifend. Nur die Kettensäge nebenan deutet auf modernere Zeiten, bleibt in dieser Episode aber unbenutzt. Andy Goldsworthy hatte zwar vor, sie einzusetzen, es dann hier an dieser erhabenen Stelle aber doch nicht gewagt. Denn es wäre das erste Mal, dass er nicht in einen schon losgelösten Gesteinsbrocken schneidet, sondern in festen, noch erdverwachsenen Fels. Und vor dieser Verletzung scheut er zurück.