Text

„Musik zu komponieren ist zu 75 Prozent reine Verstandesarbeit. Diese Anstrengung genieße ich aber häufig mehr als das Ausruhen.“
Maurice Ravel

7. Philharmonisches Konzert

Modest Mussorgskij:
„Eine Nacht auf dem kahlen Berge“

Maurice Ravel:
Konzert für Klavier
und Orchester G-Dur

Édouard Lalo:
Divertissement für Orchester

Igor Strawinsky:
Suite Nr. 2 aus dem Ballett
“Der Feuervogel”‘

Termine

Ein Hexenprozess aus dem 16. Jahrhundert stand Pate für Mussorgskijs rauschhafte Komposition “Eine Nacht auf dem kahlen Berge”. Mussorgskijs drastische musikalische Schilderungen waren „nackt, barbarisch und unflätig“ und trafen den Kern der Schilderungen. Spätere Uminstrumentierungen etwa von Rimskij-Korsakow klingen milde im Vergleich zu der urwüchsigen Kraft der Originalinstrumentierung.

Der Pianist Matthias Kirschnereit widmet sich dem Facettenreichtum von Ravels Klavierkonzert in G-einem Werk, das sich gleichermaßen mondän wie intim gibt, dem Jazz ebenso verpflichtet ist wie Mozart oder Saint-Saens. Spielfreude und Brillanz stehen hier im Vordergrund, weswegen Ravel kurz mit dem Gedanken gespielt hatte, das Konzert „Divertissement“ nenne zu wollen. Dieses Vorhaben setzte Édouard Lalo in die Tat um und rettete damit die Ballettmusik aus seiner zu Unrecht verschmähten Oper „Fiesce“.

Den feurigen Abschluss der Konzertsaison bildet die zweite Suite aus Igor Strawinskys Ballett „Der Feuervogel“. Der Überfülle russischer Märchenmotive in der Balletthandlung setzt Strawinsky hier eine expressive Farbigkeit des Klangs und prägnante Rhythmen entgegen, die schließlich in einer groß angelegten Schlussapotheose ihr farbenprächtiges Ende findet.

 

Text Matthias Kirschnereit